Die IPSO Erziehungsstelle Familie Günther bewohnt ein 240m² großes Einfamilienhaus(Baujahr ca.1912) in der Gemeinde Vechelde/Ortsteil Bettmar. Die Gemeinde Vechelde liegt im Städtedreieck zu Braunschweig, Salzgitter und Peine. Die Gemeinde bietet ein umfassendes Einzelhandels-und Dienstleistungsangebot. Hinzu kommt eine umfassende Infrastruktur. Diese wird durch drei Städte in unmittelbarer Nähe noch erweitert. Neben der Hauptausrichtung auf Braunschweig befindet sich in direkter Nachbarschaft Salzgitter mit seiner City im Stadtteil Lebenstedt. Auch die Entfernung zur angrenzenden Kreisstadt Peine beträgt nur 15 Kilometer. Vechelde verfügt über viele Bus- und Bahnverbindungen. Hannover ist beispielweise mit der Bahn stündlich in einer Fahrzeit von nur 38 Minuten erreichbar. Die Busse nach Braunschweig verkehren halbstündlich. Die Gemeinde Vechelde ist kinder- und jugendfreundlich. Sieben Kindergärten garantieren allen Kindern ab dem dritten Lebensjahr einen Kindergartenplatz. Durch kirchliche Spielkreise wird dieses Angebot ergänzt. Das Schulwesen ist komplett ausgestattet: Sämtliche Schulformen, Grundschule, Hauptschule, Realschule, Förderschule und ein Gymnasium sind vorhanden. Hinzu kommt ein umfassendes Sportangebot der ortansässigen Vereine. Ein Freibad und ein Hallenbad laden ebenso ein wie mehrere Sporthallen und eine große Anzahl an Sport-und Tennisplätze.

Im Haus der Familie stehen jedem Kind/Jugendlichen ein, nach individuellen Wünschen, liebevoll eingerichtetes Zimmer und ein Bad im Obergeschoss zur Verfügung. Weiterhin befinden sich im Obergeschoss eine Küche und das angrenzende Wohn- und Esszimmer mit Kamin. Das Wohnzimmer ist gleichzeitig als Spiel-und Fernsehraum nutzbar. Im Erdgeschoss befinden sich die Räumlichkeiten der Familie. Das Grundstück ist ca.600m² groß und grenzt an eine Wiese, die als Weideland für Schafe genutzt wird. Der Garten steht zum Spielen und Entspannen zur Verfügung und bietet außerdem eine gemütliche Grillecke an.

Zielgruppe

In der familienanalogen Erziehungsstelle werden Kinder /Jugendliche beiderlei Geschlechts aufgenommen. Es können junge Menschen ab vier bis zwölf Jahren aufgenommen werden. Es stehen zwei Plätze zur Verfügung. Nicht aufgenommen werden junge Menschen mit starker geistiger und körperlicher Behinderung, latenter Suizidalität und junge Menschen mit schwerer ADHS-Problematik oder einer Diagnose nach § 35a SGB VIII. Es können Kinder und Jugendliche aus den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aufgenommen werden.

Das Angebot ist konzipiert für Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihrer Herkunftsfamilie oder in ihrem alten Lebensumfeld verbleiben können. Die Besonderheit und der Schwerpunkt des Angebots stellt alle positiven Bedingungen eines ganz normalen intakten Familienlebens zur Verfügung. Die Qualität des Angebots/der Arbeit der Erziehungsstelle wird unterstützt und potenziert durch ein funktionierendes Netzwerk und die tragfähige Einbindung in das Gemeinwesen von Vechelde. Die Maßnahme ist indiziert für junge Menschen mit folgenden Problemverhalten und Auffälligkeiten:

  • Defizite im Sozialverhalten
  • Lern-und Leistungsschwäche, auch mit Förderbedarf
  • Mangelnde Verhaltens-und Impulssteuerung
  • Bindungsstörung
  • Beziehungsauffälligkeiten
  • Emotionale Störung
  • Psychosomatische Symptomatik

Ziele

Den Kindern wird im Zusammenleben ein Rahmen sowohl der Alltagsgestaltung als auch der Alltagsstrukturierung zur Verfügung gestellt, der Halt, individuelle Annahme, Unterstützung und Förderung bietet. Auf die Besonderheiten des einzelnen Kindes wird im Sinne des Auf-und Ausbaus der persönlichen Kompetenzen eingegangen und sie werden entsprechend gefördert. Ausgehend vom Alter und der Entwicklungsstufe der Kinder werden sie bei der Verrichtung alltäglicher notwendiger Tätigkeiten einbezogen. Sie werden durch die Mithilfe im Haushalt, bei der Pflege ihres Zimmers, der Erledigung ihrer schulischen Aufgaben, kleiner handwerklicher Tätigkeiten am Haus und im Garten spielerisch, ohne Druck und Leistungserwartung angeleitet sie zu erproben und weiter zu entwickeln.
Hierbei wird die Förderung ihrer individuellen und persönlichen Fähigkeiten in den Mittelpunkt gestellt und die pädagogische Arbeit auf sie abgestimmt.

Die im Gesetz (SGB VIII) genannten Ziele der Rückführung in die Herkunftsfamilie oder Verselbstständigung werden schon im Aufnahmeverfahren thematisiert und als jeweiliges Leitziel in die individuelle Hilfeplanung mit aufgenommen. Dabei wird besonders auf realistische Umsetzbarkeit der Ziele geachtet, indem unter allen Beteiligten gemeinsam entsprechende an den jeweiligen Möglichkeiten der jungen Menschen und ihrer Eltern orientierte Schritte in den Hilfeplan aufgenommen werden. Die IPSO Erziehungsstelle Bettmar arbeitet generell nach den im LK Peine gemeinsam entwickelten Richtlinien zur Rückführung der Kinder in den elterlichen Haushalt.

Leitziele bezogen auf die Zielgruppe sind:

  • Entwicklung einer Bindung und Beziehung zu der Betreuungsperson
  • Entwicklung eigener Ressourcen
  • Förderung des Sozialverhaltens
  • Entwicklung zu einer aktiven und selbstständigen Freizeitbeschäftigung
  • Klärung und Förderung einer schulischen und beruflichen Perspektive
  • Klärung und Entwicklung, bzw. Förderung der Beziehung zur Herkunftsfamilie entsprechend der Vereinbarung im Hilfeplan

Zur Verhinderung einer seelischen Behinderung und zur Sicherung der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft werden die jungen Menschen zu einer selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebensführung motiviert und befähigt. Für die jungen Menschen geht es darum, Identität auszubilden, die eigenen Handlungsspielräume zu erweitern und ein tragfähiges Lebenskonzept zu entwickeln. Sie sollen lernen die normalen Alltagsanforderungen zu bestehen und letztlich einen Schulabschluss zu erreichen.

Die pädagogische Arbeit mit den jungen Menschen und ihren Eltern verfolgt das Ziel, dem Einzelnen, entsprechend seines Alters und Entwicklungsstandes,

  • die Reintegration in die Familie (Rückführung) oder, sofern dies Thema der Hilfeplanung sein sollte, die Verselbständigung zu ermöglichen
  • einen selbstverantwortlichen Umgang mit sich selbst zu erlernen
  • Freizeit aktiv zu gestalten
  • Kontakt/Beziehungsfähigkeit zu entwickeln,
  • Problemlösungen zu verbessern,
  • eigene Interessen und Bedürfnisse wahrzunehmen und umzusetzen
  • Anregung sozialer Kontakte im unmittelbaren Lebensumfeld auf- und auszubauen
  • dissoziative Zustände zu verringern
  • Eingliederung in schulische und berufliche Maßnahmen anzustreben

Methodische Grundlagen

Die Ansätze und Methoden durch die pädagogische Fachkraft orientieren sich am individuellen pädagogischen Bedarf und beinhalten u. a.:

  • Beziehungsarbeit
  • Hilfen zur Alltagsstrukturierung
  • Erlebnis-und Freizeitpädagogik
  • Arbeiten mit Wertschätzung und positiven Verstärken, auch von kleinen Fortschritten
  • Kompensation der Erziehungsdefizite und Abbau traumatischer Erlebnisse durch die Integration
  • Förderung eines altersentsprechenden Umgangs mit Bindung und Ablösung
    -Suche und Förderung persönlicher Ressourcen
  • Medienpädagogik und Musikpädagogik
  • Aktives Zuhören, Feedback, Ich-Botschaften, Verbalisierung emotionaler Inhalte
  • Erarbeitung von Entspannungs-und Krisenstrategien
  • Entwicklung von Handlungsalternativen, hier Verhaltens-und Konfliktlösungstraining
  • Arbeiten an der eigenen Biografie
  • Erstellung einer individueller Tagesstruktur unter Einbezug von Entspannungszeiten